Macht der Lockenstab die Haare kaputt?

Locken lassen einen ganz anders aussehen und sind eine tolle Stylingvariante, wenn der Look schnell und unkompliziert verwendet werden soll. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, von weichen Wellen über Korkenzieherlocken bis hin zu großen Locken, die einen divenhaften Auftritt zaubern können, ist alles möglich. Beim Styling unverzichtbar ist der Lockenstab, der zu Unrecht in dem Ruf steht, das Haar zu schädigen. Wenn das richtige Modell gewählt und das Haar gut vorbereitet wird, steht einer gesunden und lebendigen Lockenpracht nichts im Wege.

Die verschiedenen Lockenstabarten

Es gibt unzählige Hersteller für und Varianten von Lockenstäben. Da fällt es schwer, den Überblick zu behalten und das für sich perfekte Modell auszusuchen. Lockenstäbe mit Klammern verfügen neben dem eigentlichen Stab noch über eine Klammer, mit der das Haar direkt am Lockenstab fixiert werden kann. Während der Lockenstab aufheizt und die Locke formt, kann das Haar nicht verrutschen. Wenn die Klammer über dieselbe Länge verfügt wie der Stab, ist das weniger zeitintensiv beim Frisieren, da der Lockenstab so komplett ausgenutzt werden kann. Langes und dickes Haar lässt sich gut mit einem Lockenstab mit Klammer formen. Doch auch kurze Haare erhalten ein tolles Volumen, da die Klammer es ermöglicht, schöne Locken selbst in sehr kurzes Haar zu zaubern. Bei diesen Modellen sollte allerdings darauf geachtet werden, beim Fixieren mit der Klammer die Spitzen nicht abzuklemmen, auch bügelt sich bei unsachgemäßer Anwendung schnell ein Knick ins Haar.

Gerade Lockenstäbe eignen sich für jede Haarlänge und besonders für das Formen weicher Wellen und fließender Locken. Die Handhabung ist denkbar einfach, da eine Haarsträhne lediglich abgeteilt und etwas vom Kopf weggezogen wird und der Stab vom Ansatz ausgehend in die Strähne gewickelt wird. Dieses Prinzip ermöglicht ein sehr gleichmäßiges und natürliches Styling. Wenn der Lockenstabaufsatz kleine Borsten hat, ist der gerade Stab ideal, um kurzen Haaren einen neuen Look zu geben. Indem der in diesem Falle nicht zu breite Lockenstab längs an den Kopf gesetzt wird, kann ein tolles Volumen erzeugt werden.

Der Nachteil am geraden Lockenstab ist, dass nur eine Art von Locken produziert werden kann. Da ist der kegelförmige Lockenstab deutlich flexibler. Er kann verschiedene Größen von Locken kreieren. Am Ansatz angesetzt, wird der Look eher natürlich, man kann sich aber auch die Locken zur Spitze hin immer dichter formen. Die beiden Techniken miteinander kombiniert, geben eine richtig üppige Lockenmähne. Kegelförmige Lockenstäbe eignen sich für jeden Haartyp und selbst starke Naturwellen und Naturkrausen können sich ohne Probleme mit dieser Art Lockenstab einen neuen Look verpassen.

Was ist beim Kauf eines Lockenstabs zu beachten?

Wenn der Lockenstab benutzt wird, sind hohe Temperaturen im Spiel, denn es werden locker 200 Grad Celsius und mehr erreicht. Bei unsachgemäßer Anwendung entstehen schnell Verbrennungen auf der Haut oder Schäden am Haar. Daher ist es am sanftesten fürs Haar, wenn der Lockenstab mit Keramik beschichtet ist, denn dieses Material sorgt dafür, dass die Oberfläche der Haare versiegelt wird und nicht austrocknet. Ein guter Lockenstab sollte zudem über einen Temperaturregler verfügen, denn niedrige Temperaturen schonen die Haarstruktur und dünnes Haar verträgt ohnehin nicht so viel Hitze wie dickes Haar. Interessant ist auch die Ionentechnologie. Durch die Ionen wird Feuchtigkeit im Haar gebunden, was ein Austrocknen verhindert. Erfordert ein Lockenstab die Anwendung von Hitzeschutzprodukten, muss der Stab regelmäßig gereinigt werden. Wer einen möglichst flexiblen Stab in der Hand halten will, sollte beim Kauf darauf achten, einen Lockenstab mit beweglichem und drehbarem Kabelgelenk zu erwerben. Es macht Sinn, nicht gerade das billigste Modell zu kaufen. Denn im niedrigen Preissegment bestehen die Lockenstäbe aus Metall, das sich stark erhitzt und auf Dauer schädlich für die Haarstruktur ist. Besser ist ein keramikbeschichteter Lockenstab, dessen Beschichtung das Haar schützt. Von Vorteil ist auch eine Digitalanzeige, die Auskunft über Temperatur und Dauer der Anwendung gibt.

Ist ein Lockenstab schädlich für die Haare?

Immer wieder werden Zweifel laut, ob ein Lockenstab nicht schädlich für die Haare sei. Natürlich gibt es Haarstrukturen, die empfindlicher sind als andere, denn bei dem Styling mit dem Lockenstab werden die Haare einer ziemlichen Hitze ausgesetzt. Deshalb sollten Frauen mit sehr dünnen oder extrem geschädigten Haaren besser von der Benutzung eines Lockenstabes Abstand nehmen und für ihr Styling normale Lockenwickler benutzen. Ist das Haar sehr spröde oder anfällig für Spliss, sollte ein Lockenstab nicht zu oft verwendet werden, damit die Haarstruktur zwischendurch genug Zeit hat, sich zu erholen. Entsprechende Pflegeprodukte sollten unbedingt benutzt werden, damit das Haar durch den Lockenstab nicht angegriffen wird. Die Anwendungshinweise des Herstellers sollten immer beachtet werden.

Das Styling mit dem Lockenstab richtig vorbereiten

Um ein bestmögliches Ergebnis beim Styling zu erzielen, aber auch um das Haar zu schonen, ist eine gründliche Vorbereitung vor der Anwendung des Lockenstabes notwendig. Nachdem das Haar gewaschen wurde, sollte ein Hitzeschutzspray aufgetragen werden, das günstig in Drogeriemärkten erworben werden kann. Danach werden die Haare getrocknet, es macht hierbei keinen Unterschied, ob ein Föhn verwendet oder an der Luft getrocknet wird. Auf keinen Fall sollte handtuchtrockenes Haar mit dem Lockenstab bearbeitet werden, da die Restfeuchtigkeit durch die Hitze beim Styling verdampft und die Haarstruktur dadurch enorm beschädigt werden kann. Sind die Haare trocken, halten die Locken auch viel länger. Ein Durchkämmen der Haare ermöglicht ein volleres und gleichmäßigeres Stylingergebnis. Auch ein Stufenschnitt erleichtert es, eine Lockenpracht zu zaubern, hier halten die Locken ebenfalls länger. Um die Haltbarkeit der Frisur zu verlängern, kann noch vor dem Föhnen Sprühfestiger oder Föhnlotion ins Haar gegeben werden. Wenn die Zeit nicht zum Haarewaschen reicht, tut auch Trockenshampoo gute Dienste. Das hilft zudem, wenn Locken vom Vortag aufgefrischt werden sollen. Einfach auftragen und dann das Haar mit dem Lockenstab etwas nachbearbeiten. Wer richtig viel Volumen möchte, kann in die Ansätze Volumenpuder geben. Einige Frauen erzielen allerdings eine schönere Lockenpracht, wenn sie die Haare schon am Vortag waschen. Was individuell besser ist, kann nur durch Ausprobieren herausgefunden werden.

Schöne Locken zaubern

Zunächst wird das Deckhaar mit Haarnadeln strähnchenweise nach oben gesteckt. Wer einen ordentlichen Look möchte, dreht alle Strähnchen nach hinten, soll die Mähne hingegen wild sein, kann lustig drauflos gesteckt werden. Auf jeden Fall sollte beim Drehen der Locken von unten nach oben vorgegangen werden, das untere Haar wird immer am Anfang mit dem Lockenstab bearbeitet. Geduld und ein ruhiges Händchen haben sich hier bewährt, denn je nach Haarlänge und -dicke kann sich das Drehen der Locken ganz schön hinziehen, dünneres und kurzes Haar ist hingegen oft in zehn Minuten schön gestylt. Der Lockenstab darf nicht zu lange in den Haaren bleiben, da sonst Hitzeschäden drohen. Am Schluss kommt das Deckhaar an die Reihe. Die Locken werden haltbarer, wenn sie nach dem Drehen einzeln mit Haarnadeln nach oben gesteckt werden und 30 Minuten auskühlen. Danach kann das Haar einfach mit den Fingern aufgelockert, in Form gebracht und mit Haarspray fixiert werden. Besonders schön liegen die Locken, wenn der Kopf nach vorne gebeugt und anschließend gut durchgeschüttelt wird. Wem das Volumen nicht ausreicht, der hat nun die Möglichkeit, mit etwas Volumenpuder an den Haaransätzen und den Längen nachzubessern.

Wie kann die Haltbarkeit der Locken verbessert werden?

Lotionen und spezielle Festiger bereiten das Haar optimal auf die Anwendung eines Lockenstabes vor und helfen mit, die Pracht zu schützen und in Form zu halten. Allerdings muss vor der Benutzung unbedingt ein Blick in die Bedienungsanleitung des Lockenstabes erfolgen, ob das Gerät den Einsatz von Stylingprodukten verträgt. Schließt der Hersteller das aus, sollte sich daran gehalten werden, damit Haar und Gerät keinen Schaden nehmen. Nach dem Styling kann Haarwachs den Locken zu einem glänzenden Finish verhelfen, wenn hier jedoch zu viel benutzt wird, beschwert das die Haare unnötig und die Pracht fällt nach ein paar Stunden in sich zusammen. Mit Haarwachs also besser sparsam umgehen. Auch Lockensprays, Hitzeschutzsprays und andere Stylingprodukte sollten mit Bedacht angewendet werden, da die Locken so ziemlich fixiert und künstlich wirken.

Sind Glätteisen besser als Lockenstäbe?

Während einige auf ihren Lockenstab schwören, möchten andere nie wieder ohne ihr Glätteisen sein. Ursprünglich konzipiert, um widerspenstige Haare zu zähmen, lassen sich auch mit einem Glätteisen Locken stylen. Ob jetzt der Lockenstab oder das Glätteisen besser sind, lässt sich so pauschal nicht beantworten. Wenn das richtige Modell gewählt wurde, sind beide kinderleicht zu bedienen. Ein Lockenstab hat den Vorteil, dass ganz unterschiedliche Arten von Locken vom Ansatz bis zu den Spitzen gedreht werden können und das Ergebnis ziemlich gleichmäßig wird. Selbst kurze Haare lassen sich ohne Probleme stylen und das Ergebnis wird lang anhaltend und natürlich, bei maximalem Volumen. Wird der Lockenstab jedoch zu häufig oder ohne eine entsprechende Vorpflege des Haares angewendet, kann es auf Dauer zu Haarschäden kommen. Da Glätteisen nicht nur die Haare glätten können, sondern auch Locken stylen, hat man mit dem Gerät zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Für Locken muss das Haar ähnlich wie beim Lockenstab vorbereitet werden, doch können hier auch recht schnell Locken zwischendurch gemacht oder bestehende Locken aufgefrischt werden. Ein Glätteisen gibt es in einer abgerundeten, kurzen oder längeren Variante, sodass für jeden Haartyp das passende Modell gefunden werden kann. Die Bandbreite der Lockentypen ist allerdings nicht so groß wie beim Lockenstab. Auch Glätteisen sind mit Keramik beschichtet oder verfügen über Ionentechnologie und Temperaturanzeigen. Da ein Glätteisen ebenfalls mit großer Hitze arbeitet, kann zu häufiger Gebrauch die Haare schädigen. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass ein Glätteisen, wie der Name schon sagt, dazu da ist, die Haare zu glätten und der Lockenstab sich für das vielseitige Styling von Locken verantwortlich zeichnet. Wer also seinen Look gerne wechselt, sollte sich am besten beide Produkte anschaffen.

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